Musterhaus am horn

Pläne für den Bau einer großflächigen Bauhaussiedlung auf dem Gelände am Horn wurden erstmals in den frühen 1920er Jahren vorgeschlagen. Die Bauhaus-Ausstellung von 1923 bot dem Bauhäusler die Möglichkeit, mindestens einen Wohnprototyp zu bauen. Der Maler und jüngste Bauhaus-Meister Georg Muche entwarf die Pläne, und Walter Gropius` Architekturbüro überwachte den Bau. Ohne die finanzielle Unterstützung des Berliner Bauunternehmers Adolf Sommerfeld wäre das Modellhaus “Am Horn” nie fertig gewesen. Es war nicht nur eine Plattform für Experimente und Werbung für neue Materialien und Technologien, sondern ermöglichte es auch allen Bauhaus-Werkstätten, an einem gemeinsamen Projekt zusammenzuarbeiten. Während der Werkschau war das Interesse an dem Haus sehr gut und Es kamen Menschenströme, um es zu besuchen. Die Anwohner gaben ihm den Spitznamen “die Kaffeemühle” wegen seiner quadratischen Form und des Kirchendaches, die einer typischen Kaffeemühle aus dem frühen 20. Jahrhundert ähneln. Der Medienempfang lag zwischen sympathischer Bewunderung und häufiger offener Ablehnung. [9] Da das Haus am Horn als Vorlage für bezahlbaren Wohnraum in der Nachkriegszeit dienen sollte, ergaben sich einige seiner innovativeren Merkmale aus der Notwendigkeit, Die Kosten zu senken.

Die Wände und Decken wurden aus zementgebundenen Schlackenbetonblöcken gebaut, einem relativ leichten Mauerwerk. Zwischen zwei Schichten der Blöcke lagen Platten der Torfoleum-Isolierung, wodurch ein Umschlagsystem entstand, das nicht nur billig zu transportieren war, sondern auch dazu beitrug, die Heizkosten drastisch zu senken – bis zu fünfzig Prozent weniger als moderne Häuser, die nach dem Bau des Hauses mit anderen Bausystemen gebaut wurden. Auch die Fertigmaterialien wurden teilweise für ihre Kosten ausgewählt: Anstatt Linoleumböden zu verwenden, die damals in Deutschland stark besteuert wurden, ist der Küchenboden mit einem Ersatzmaterial namens Triolin bedeckt. [11] Das Haus am Horn ist ein experimentelles Wohnhaus, das 1923 im Rahmen der ersten Bauhaus-Ausstellung erbaut wurde. Es wurde vom Maler Georg Muche, dem damals jüngsten Meister des Bauhauses, entworfen und von der Praxis des Bauhausdirektors Walter Gropius unter dem Architekten Adolf Meyer konstruiert. Die Möbel wurden von Marcel Breuer entworfen, die Lichter von Laszlo Moholy-Nagy. Alle Innenräume wurden in den Bauhaus-Werkstätten gefertigt. 2003 wurde das Haus anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Bauhauses komplett restauriert.

Das Haus Am Horn war der Prototyp für die Ideen des Bauhauses zum Wohnen. Vorbild für sein Raumkonzept ist die Wabe. Ein Hauptraum, das Wohnzimmer, wird von mehreren angrenzenden kleineren Räumen umkreist. Es hat eine Oberfläche von 6x6m und macht fast die Hälfte der Gesamtfläche von 12,7×12,7m aus. Die Hierarchie der verschiedenen Räume ist von außen sichtbar. Der Hauptraum wird durch einen größeren Würfel in der Mitte der Struktur freigelegt. Das Haus am Horn legt das Bauhaus-Konzept des modernen Lebens dar und integriert die sozialen Bedürfnisse einer Familie ohne haushaltsstaatliche Hilfe in der Industriegesellschaft. Auf bauebene sorgte das Bauhaus mit neuen Methoden spezifischer Typen und Standardisierungen, die an die Massenproduktion angepasst werden können, um die Baukosten zu senken. Das Haus am Horn legt erstmals den konzeptionellen Rahmen und die Herangehensweise des Bauhauses an Architektur und Handwerk in einer eigenständigen Struktur dar. Neben den technischen Aspekten des Bauens und der fruchtbaren Zusammenarbeit der verschiedenen Künste wird die Mission der Schule deutlich, die Fragen des technischen Fortschritts und der sozialen Entwicklung nach dem Ende des Ersten Weltkriegs anzugehen.